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Redaktionen von Fachzeitschriften wie der Psyche erfahren normalerweise von den Meinungen ihrer Leser, gerade auch von deren Meinung über die Zeitschrift nichts. Jedes Halbjahr ein Leserbrief, jedes Jahr ein spontan geschriebener Diskussionsbeitrag, das ist das „Echo“ — bestenfalls. Natürlich ist die Auflagenentwicklung ein Indiz dafür, ob die Arbeit der Redaktion auf Interesse stößt, und sie zeigt bei der Psyche eine für Fachzeitschriften ungewöhnliche Tendenz. Unsere Auflage hat sich nämlich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt; sie liegt jetzt bei 4000 Exemplaren. Auch die Zahl der Abonnenten hat mit dieser Entwicklung Schritt gehalten und liegt gegenwärtig bei 3300. Wir sind der Meinung, daß dieser Erfolg wesentlich darauf zurückzuführen ist, daß eine vermehrte Anstrengung von Redaktion und Verlag mit dem durch die antiautoritäre Protestbewegung der Studenten initiierten neuen Interesse an der Psychoanalyse zusammentraf.
Die Beziehungen zwischen Redaktionen und Lesern sind komplizierter Natur. Die Redaktion steuert einen bestimmten Kurs, auf den ihre Mitglieder sich in langen Diskussionen geeinigt haben, und für den in jeder Redaktionssitzung neuerlich ein Konsens hergestellt werden muß, sofern sich nicht gute Gründe für eine Modifikation finden. Die Psyche-Redaktion hat ihren Kurs zuletzt in dem in diesem Jahr verbreiteten Prospekt der Zeitschrift fixiert. Außerdem wird er den Lesern in Artikelauswahl und Heft-Komposition, in den redaktionellen Übersichten zu den einzelnen Artikeln und — neuerdings — in unseren „Kritischen Glossen“ kenntlich.
Die Psyche soll, indem sie etwa zu gleichen Teilen theoretische und klinische Beiträge veröffentlicht, die Tradition der „Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse“ und der „Imago“ () fortsetzen und die heutige Psychoanalyse und ihre Entwicklungstendenzen, wie sie sich in den Arbeiten der Psychoanalytiker verschiedener Länder dokumentieren, repräsentieren. Zu den Dialogpartnern der Psychoanalyse im Felde der Humanwiss