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Eigentlich ist es ganz anders gekommen, als wir es vor 25 Jahren vorauszusehen glaubten. Blättert man in den Jahrgängen unserer Zeitschrift bis an den Anfang zurück, so findet sich im Vorwort zum 1. Jahrgang ein geradezu bewegender Appell an die „tiefenpsychologischen“ Schulen, sich zu verständigen. Nach den Jahren von Terror, Tod und Zerstörung hat sich die Sehnsucht nach Verständnis, Übereinstimmung, Frieden offenbar mit großer Intensität Ausdruck verschafft.
Auch neun Jahre später wird in einem losen Blatt, das dem 1. Heft des 10. Jahrgangs beilag, das Thema der Versöhnung wieder aufgenommen. Unser relativer Erfolg als Zeitschrift — d. h. unsere Kunst, Währungsreform und ähnliche Unbilden nicht zuletzt mit Hilfe eines zuweilen grimmig auf uns blickenden Verlegers überstanden zu haben — wird inhaltlich auf die Maxime zurückgeführt, „uns allen Strömungen der Tiefenpsychologie in den von ihr beeinflußten theoretischen und praktischen Gebieten zu öffnen“. Bei so viel Toleranz ist es doch wichtig, sich der Bedingung, die als Zusatz formuliert war, mit zu erinnern: „wenn die Darstellungen nur methodisch streng und selbstkritisch blieben“.
Die Wirklichkeit setzte andere Akzente. Während der Kriegszeit stand dem Schreiber dieser Zeilen die Ausgabe von Freuds Gesammelten Schriften zur Verfügung. Der 12. Band war nicht zu beschaffen, ebensowenig wie authentisch psychoanalytische Schriften. Nach dem Ende der inneren Gefangenschaft stellte sich heraus, daß aus der Psychoanalyse Sigmund Freuds im Exil eine breite wissenschaftliche Bewegung mit einem Ausbildungssystem großer Sorgfalt geworden war.
In dieser neuen Situation mußte das integrative Konzept schrittweise aufgegeben und in ein informatives umgewandelt werden. Es war keine geringe Aufgabe für die Herausgeber und die Redaktion, die deutschsprachigen Leser anhand repräsentativer Beiträge mit dem Entwicklungsweg der Psychoanalyse seit 1933 vertraut zu machen. Metapsychologisch war inzwischen das Konzept einer psychoanalyt