You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freuds Konzeption des Narzißmus ist nach Einführung der Strukturtheorie nicht grundsätzlich neu definiert worden. Der Terminus „Narzißmus“ dient einmal zur Beschreibung spezifischer psychischer Phänomene, zum andern wird er im Sinne einer metapsychologischen Konzeption gebraucht. Um der gegenwärtig herrschenden Verwirrung zu steuern, schlägt Pulver vor, den Anwendungsbereich des Begriffs Narzißmus auf die wichtigsten heutigen Bedeutungen zu beschränken und für einen Teil der gegenwärtig noch unter den Begriff Narzißmus subsumierten Phänomene neue Namen zu finden. Unter „Narzißmus“ wird a) (im klinischen Sinne) eine Perversion verstanden; b) ein Typus der Objektwahl und ein Modus der Objektbeziehung; c) ist Narzißmus bei einer Reihe von neueren Autoren einfach ein Synonym für „Selbstwertgefühl“, wobei die ursprünglich triebtheoretische Bedeutung des Terminus ignoriert wird.