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Das folgende Bruchstück aus der Analyse einer Patientin zeigt Störungen der weiblichen Identität in Beziehung zu seelischer Krankheit und der Einweisung in eine Heilanstalt einerseits und Phantasien über männliche Identität in Beziehung zur Kriminalität auf der anderen Seite.
Die Patientin nahm die Analyse aus Furcht vor erneuter Erkrankung auf; ein weiteres Motiv war der Wunsch, die Wahrheit über den Tod ihrer Tochter zu erfahren. Sie war erst kürzlich nach neunmonatigem Aufenthalt aus einer Heilanstalt entlassen worden. Eingewiesen worden war sie wegen eines Selbstmordversuchs und einer akuten psychotischen Episode, die sich an den Tod ihrer drei Monate alten Tochter anschloß. Sie hatte zunächst etwa zwanzig Schlaftabletten geschluckt, war dann zur Polizei gegangen und hatte angegeben, sie habe ihre Tochter durch Ersticken umgebracht. Die Autopsie ergab jedoch eine Asphyxie durch Milch, die beim Aufstoßen dem Kinde in die Luftröhre eingedrungen war.
Die Patientin hatte in einem Artikel etwas über die Chromosomen von Mördern gelesen. Sie war den Psychiatern der Anstalt sehr dankbar, daß sie in den neun Monaten
Page 66ihrer Hospitalisierung keine Tests zur Feststellung ihrer Chromosomenzahl vorgenommen hatten. Zu Beginn einer Analysenstunde glaubte sie mit Sicherheit, daß sie weiter nichts über Chromosomen wisse. Dann aber erinnerte sie sich, daß zwischen den Chromosomen der beiden Geschlechter ein Unterschied besteht. In der nächsten Stunde erzählte sie folgenden Traum:
„Ich war im Krankenhaus, bei mir eine Schwester; mit einem Instrument, das wie ein Würfel mit einer Klammer aussah, zählte sie die Tropfen (die Chromosomen) einer Flüssigkeit, die in einem Gefäß war, das wie ein gläserner Schornstein aussah. Die Schwester sagte, es seien acht Chromosomen, und das war richtig. Es waren also keine zusätzlichen Chromosomen da wie bei einem Mörder. Die Flüssigkeit war weißlich.“
Die Patientin dachte, daß bei einem Test auf Kriminalität ein Bluttest, ein Sexualitäts test und ein S