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In seinem interessanten Einleitungsvortrag hat F. Morgenthaler die Meinung vertreten, daß bei Patienten mit sexuellen Identitätsstörungen1
eine Disharmonie der Entwicklungslinien vorliegt. Ich glaube, daß diese Störungen auf das Mißlingen der Integration von Identifikationen aus zwei Entwicklungsphasen zurückgehen, in denen der Einfluß von Empfindungen aus der Genitalregion bei der Ausbildung der Geschlechts-Identität eine große Rolle spielt.
Der Homosexuelle schützt seine prekäre phallische Position, indem er krampfhaft nach phallischen Erlebnissen sucht. Dazu muß er aber die Dreiecksbeziehung opfern, die der phallischen Trieborganisation zu entsprechen pflegt (Morgenthaler, 1961/62; Bacon, 1956; Socarides, 1968). Weil er das Bedürfnis nach einer dyadischen Beziehung hat, die auf Gleichheit der Organe (S.Freud, 1920) und Abfuhrweisen (Kestenberg, 1962; Socarides, 1962) beruht, könnte man den Homosexuellen ein phallisches Baby nennen. Sein ständiges Schwanken zwischen Selbst- und Objektbesetzung entspricht dem oralen Rhythmus des Saugens und Loslassens. Seine ambivalenten Idealisierungen und Entwertungen des Analytikers reflektieren die Tendenz des analen Kleinkindes, das seine Mutter so behandelt, wie es seine Faeces behandelt: es überbewertet sie oder stößt sie als wertlos von sich.
Der Homosexuelle paßt in kein Syndrom-Schema hinein. Er ist kein Säugling und doch auch