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Ich habe klinisches Material beizutragen. Der Fall ist deshalb interessant, weil der Patient ein eineiiger Zwilling ist; der andere Zwilling ist noch bei einem Kollegen in Behandlung.
Mein Patient hatte eine nur unvollständige Analyse. Er ist, so möchte ich sagen, manisch-depressiv, jedenfalls hochgradig zyklothym. Während seiner depressiven Phasen war er suizidal, vielleicht nicht im eigentlich psychiatrischen Sinne selbstmordgefährdet, aber er dachte ständig über Selbstmord nach. In den manischen Phasen benahm er sich äußerst töricht. Sein Zwillingsbruder — an der Eineiigkeit besteht kein Zweifel — ist nach Aussage meines Kollegen nicht manisch-depressiv; das spricht gegen die Erblichkeit der manisch-depressiven Psychose. Warum sind diese Zwillinge nun so unähnlich?
Der Zwillingsbruder hatte eine ziemlich normale körperliche Entwicklung. Mein Zwilling war jedoch jahrelang krank; nach vielen Fehldiagnosen wurde schließlich entdeckt, daß er eine polyzystische Niere besaß, die entfernt wurde. Diese Tatsache erklärt die abweichende Entwicklung und ist m. E. für den Unterschied verantwortlich.
Mein Patient kam zur Behandlung, weil das Leben ihm nicht lebenswert erschien und er kein Ziel vor sich sah. Er hatte eine Arbeitshemmung, konnte sich an nichts freuen. Der Vater war ein reicher Mann, er selbst aber hatte nie Geld verdienen können. Er führte das Leben eines reichen Playboys. Ausschlaggebend war jedoch sein Sexualverhalten. Wenn er deprimiert war, hatte er die feste Überzeugung, daß er eigentlich eine Frau sei und an ihm irgendein Fehler begangen worden war. Mit dieser Vorstellung hatte er insoweit recht, als seine Mutter die Dummheit besessen hatte, zu den Söhnen zu sagen: ihr seid eineiige Zwillinge, jeder von euch ist eigentlich nur ein halber Mensch, ein halber Mann. Diese Bemerkung hatte sich ihm eingeprägt, mit ihr rechtfertigte er sein Gefühl. Außerdem sah er seinen Körperbau als eine Bestätigung für seine Vorstellung an: Er besaß sehr kleine Hände und Füße us