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In dieser Diskussion sind immer wieder drei Momente hervorgehoben worden: der psychologische, der biologische und der soziale Einfluß. Jedes einzelne Moment getrennt zu verfolgen, ist fast unmöglich. Bekanntlich sieht der Psychiater immer wieder einmal einen Menschen, der zwar alle männlichen Merkmale hat, aber so von seiner weiblichen Identifikation überschwemmt ist — ich spreche vom weiblichen Introjekt —, daß er sich nicht nur als Frau zu fühlen beginnt oder verschiedene Abwehrmechanismen entwickelt, um sich gegen eine solche Identifikation zu schützen, sondern daß er wirklich das Gefühl bekommt, seine Brüste wüchsen und es träten gewisse Veränderungen seines Körpers ein. Krafft-Ebing hat diesen Vorgang „Geschlechtsumwandlung“ genannt. Man trifft ihn auch bei Frauen an, aber doch äußerst selten. Jeder Psychiater kennt solche Männer. Wir sehen auch Menschen, die in ihrer Identität schwanken, nicht nur in der unbewußten Übertragung, sondern auch im Leben. So habe ich junge Männer beobachtet, die sich während des Krieges mit Matrosen einließen. Einer davon konnte sich völlig verwandeln. Wenn er einen Matrosen gefunden hatte, der sich dazu hergab, sich von ihm homosexuell manipulieren zu lassen, verwandelte er sich plötzlich, wurde passiv und wollte sich dem Mann masochistisch unterwerfen. Warum Menschen in gewissen Situationen unfähig sind, eine stabile sexuelle Identität zu entwickeln, ist immer noch ein Rätsel.
Ich begrüße es, daß das soziale Moment zur Sprache gekommen ist, denn es hat auch Konsequenzen für die Behandlungstechnik. Wir sehen in den Vereinigten Staaten, daß der Widerstand in der analytischen Behandlung immer wieder eine mächtige Stützung durch das soziale Milieu erfährt1. Ein Patient, der seine männliche Identität wiederaufrichten will, braucht dazu Freunde beiderlei Geschlechts. Aber das Finden solcher