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Der Fischer-Verlag war vom Herausgeber J. Cremerius gut beraten, als er sich entschloß, in der Reihe „Conditio humana“ einen zweiten Band mit Schriften Abrahams herauszubringen. Die Psychoanalytiker werden die Tatsache, daß mit der Herausgabe des zweiten Bandes nunmehr die gesammelten Schriften Abrahams vorliegen, sehr begrüßen. Viele seiner Arbeiten können aber, wie bereits in der Besprechung des ersten Bandes betont, mehr als nur ein historisches Interesse beanspruchen: sie werden zu einem festen Bestandteil der psychoanalytischen Ausbildung werden. Deshalb ist das Unbehagen des Herausgebers berechtigt, daß er aus äußeren Gründen, wie er schreibt, „auf ein sich über beide Bände erstreckendes thematisches Gliederungsprinzip“ hat verzichten müssen.
Im ersten Teil des vorliegenden Bandes: „Die Übertragungsneurosen“, überragt die Arbeit „Äußerungsformen des weiblichen Kastrationskomplexes“ aus der Sicht des psychoanalytischen Lehrers alle übrigen Schriften dieses Teils. Sie enthält eine Systematik hysterisch-ödipaler Konstellationen und hat in den seit ihrer Abfassung verflossenen fünfzig Jahren nichts von ihrer Bedeutung eingebüßt. In dieser Hinsicht gehört sie in einen thematischen Zusammenhang mit der Arbeit über die Ejaculatio praecox aus dem ersten Band. Die anderen Arbeiten aus dem ersten Teil können diesen besonderen Anspruch nicht erheben, wenn sie auch klassische Beispiele des disziplinierten analytischen Denkens sind, für das Abraham repräsentativ ist. Diese Fähigkeit zeigt sich besonders in der Arbeit „Vaterrettung und Vatermord“. Sie ist ein Schulbeispiel dafür, wie meisterhaft Abraham die Überdeterminiertheit des ödipalen Vater-Sohn-Verhältnisses aufzudecken versteht.
Aus dem zweiten Teil: „Die narzißtischen Neurosen (Psychosen)“ gehören die beiden Hauptarbeiten: „Die psychosexuellen Differenzen der Hysterie und der Dementia praecox“ und „Ansätze zur psychoanalytischen Erforschung und Behandlung des manisch-depressiven Irreseins und verwandter Zustände“ i