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„Mir scheint, es gibt ein Gebiet, auf dem sich heute alle philosophischen Forschungen schneiden — das der Sprache. Hier kreuzen sich die Untersuchungen von Wittgenstein, die analytische Philosophie der Engländer, die von Husserl ausgehende Phänomenologie, die Studien von Heidegger, die Arbeiten der Bultmann-Schule und der anderen Schulen der neutestamentarischen Exegese, die Arbeiten auf dem Gebiet der vergleichenden Religionsgeschichte und der Anthropologie über Mythos, Ritus, Glaubensformen und -inhalte — und schließlich die Psychoanalyse.“ (Ricoeur, S. 15)
„… daß die Sprachkritik das Erbe der Kantischen Transzendentalphilosophie anzutreten hat.“
(Kamlah/Lorenzen, S. 15)
Helmut Thomä hat in dieser Zeitschrift 1959 unter dem Titel: „Sigmund Freud — ein Daseinsanalytiker?“ den Versuch von Medard Boss, einen „harmonischen Einklang von Praxis der Psychoanalyse und Daseinsanalytik“ (S. 883) auszuweisen, einer kurzen, aber scharfen Kritik unterworfen.
Die Auseinandersetzung zwischen Psychoanalyse und Daseinsanalytik hat in der Zwischenzeit ihre Aktualität verloren, und es würde sich kaum lohnen, an jene Diskussion zu erinnern, wäre nicht der Boss'sche Versuch exemplarisch für ein bestimmtes Vorgehen, psychoanalytische Praxis von einer ihr fremden Theorie her auf den Begriff bringen zu wollen — und gäbe nicht das aktuelle Unternehmen, Psychoanalyse und Sprachtheorie zu verbinden, Anlaß, sich jenes Vorgangs zu erinnern.
Thomäs Kritik an Boss erfolgt auf zwei Ebenen. Explizit geht es um die Prüfung der Boss'schen These vom „Einklang von psychoanalytischer Praxis und daseinsanalytischem Menschenverständnis“ (S. 881), implizit wird die folgende metatheoretische Strategie des Boss'schen Vorgehens kritisiert: Die Übereinstimmung daseinsanalytischer und psychoanalytischer Kategorien wird aus den „technischen Regeln und praktischen Ratschlägen Freuds“ (S. 884) belegt; daraus wird eine Skizze dessen entfaltet, „was eigentlich die Psychoanalyse aus(macht)“, wobei diese Skizze wiederum