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Die empirische jugendsoziologische Forschung liefert durch die Eigenart des statistischen Ansatzes den allgemeinen Überblick über Verhaltensweisen und Einstellungen der Jugendlichen, wie sie durch klinische Einzelerfahrungen und deren Generalisierung bzw. Extrapolation nicht oder nur schwer gewonnen werden kann.
Politische Einstellungen stellen für einen Teil der psychoanalytischen Klientel teils begünstigende, teils hemmende Faktoren für die Aufnahme des Kontakts zum Psychoanalytiker dar. Attraktiv wirkt die Kritik, die von der Psychoanalyse an den praktischen sozialen Bedingungen geübt wird, indem sie dem Bedürfnis nach Verständnis der sozialen Realität entgegenkommt und humanistisch-aufklärerischen Idealen zu folgen scheint; hemmend dagegen wirkt sich oft die Erwartung aus, daß die therapeutische Funktion der Psychoanalyse, indem sie die Integration unbewußter und bewußter Es-, Überich- und Außenwelterfahrungen in die Wege leitet, auch Anpassungsfunktion an den schlechten sozialen Zustand sei, gegen den die sich entwickelnde politische Identität dieses Teils der Jugendpopulation sich wendet.
Walter Jaide versucht, einen Überblick über die Einstellungen der westdeutschen Jugendlichen zu geben und die relative Verbreitung ihrer progressiven bzw. konservativen Einstellungen zu bestimmen.
Es handelt sich um eine Untersuchung an 1200 niedersächsischen Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren aus Gymnasien, Realschulen, Berufsfachschulen und Berufsschulen. Die Stichprobe wurde nach dem Quotaverfahren mit Parametern für Wohnortgröße, Konfession, Geschlecht, Alter und Schulart ausgesucht. Die Daten wurden Anfang 1968 erhoben. Zu einer Vergleichsuntersuchung wurden 600 Jugendliche aus Rheinland-Pfalz unter den gleichen Bedingungen herangezogen. Die Daten wurden je zum Teil einer Faktorenanalyse, einem Mittelwertsvergleich und einer Regressionsanalyse unterzogen. Als Meßinstrumente dienten je ein Fragebogen zur Erfassung der politischen und sozialen Einstellung von „Konserv