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Es gibt eine neue Sache für die Polizei. Vergessen sind die Zeiten, da jene alte „Sache“, die Psychoanalyse, dem Psychiater Weygandt so gefährlich schien, doch damals wie heute bleibt es schwer, die Ebene zu finden, auf der angemessene Diskussionen möglich sind. Entschiedener als einst für Psychoanalytiker gilt nun für „Psychonauten“ (Jünger) das Gefängnis als der „richtige Ort“. Dorthin sollte Ferenczi, als Psychoanalytiker. Und Freud? Auch als Drogenforscher
schuldig, kam er mit einigem Glück davon. Ist es müßig zu spekulieren, was geworden wäre, hätte seinerzeit nicht Merck das Kokainderivat Ecgonin, sondern die Firma Sandoz das LSD 25 Freud zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt, wie jetzt Ernst Jünger? Hätte für Jones die Kokainepisode Freuds dann so schnell in „leerem Schall“ geendet?
Die „bewußtseinserweiternde“ Droge jedenfalls erscheint evolutionsbewußten Protagonisten wie jenes legendäre Fernrohr Galileis, durch das zu schauen die scholastischen Zeitgenossen sich weigerten. Das führte gewiß auf Neben- und Abstellgleise der Evolution, doch blieb offenbar einiges unberührt: Thomas von Aquin gewinnt für Huxley neue Aktualität. Man könnte fortsetzen: Learys Kritik der Psychoanalyse rührt ebenso nicht an deren Substanz. Wohin aber führt die Evolution? Zur „Drogenkultur“?
Mag man Learys Reiseberichten mißtrauen und seinem Elan mit Skepsis begegnen (ein „amerikanisches“ Buch), Jüngers stark autobiografisch gefärbtes Werk, ein europäisches — übrigens, was dazugehört, in manchem auch provinzielles Buch —, überzeugt aus intimeren Quellen, die Droge öffnet Erfahrungen, deren Ort im Zusammenhang menschlicher Erfahrung überhaupt zu erforschen wäre, wenn Forschung als solche noch adäquat gelten darf, wo — was u. U. die Droge erzwingt — Fragestellangen transzendenter Art erneut unabweisbar werden: Zurückhaltung und Aussparungen in Jüngers Berichten reden in manchem unmittelbarer als revolutionär-prophetisches Pathos. — Die Droge wirft in Wirbel und Verwirrung. Darin