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Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ist Zentralproblem der Sozialwissenschaften.
Die Wechselwirkung beider Momente impliziert, daß der Mensch nicht qua Naturanlage und Psychologie das ist, was er ist, sondern wesentlich Produkt der sozialen Verhältnisse ist, in denen er lebt. Die soziale Beeinflussung der Persönlichkeits- bzw. Charakterentwicklung geht bei uns zunächst wesentlich von der Familie aus, die als gesellschaftliche Agentur fungiert.
Die neurosefördernden Einflüsse der Eltern auf das Kind sind ausführlich von Richter dargestellt worden: das Kind als Substitut für einen anderen Partner; das Kind als Substitut für einen Aspekt des eigenen (elterlichen) Selbst; das Kind als umstrittener Bundesgenosse1. Traumatische Einflüsse drohen dem Kind zwar auch von anderer Seite, aber die Eltern sind bei uns zunächst die für das Kind wichtigsten Persönlichkeiten. Diese Gewichtigkeit der Eltern hat