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Mit der Veröffentlichung des Artikels von P. Kutter, Psyche 25/10 1971, gibt die „Psyche“ihren Lesern seit W. Laiblins Artikel in Psyche 9, 1955 zum ersten Mal wieder Gelegenheit, den Berufsstand des Psychagogen, seine Ausbildung und seine Tätigkeit auf dem Gebiet der Kinderpsychotherapie kennenzulernen. Nach unserer Ansicht bedarf die Darstellung von P. Kutter einiger sachlicher Ergänzungen und Richtigstellungen; im übrigen meinen wir, daß das Berufsbild des Psychagogen auch anders gesehen und interpretiert werden kann.
Die Schlußfolgerungen des Verfassers sind abgeleitet von lokal bedingten Gegebenheiten und können deshalb nicht verallgemeinert auf einen ganzen Berufsstand Anwendung finden, wie dies aufgrund des Vorspanns zum Aufsatz von P. Kutter geschieht. Zum Titel seiner Arbeit sei bemerkt, daß dieser Beruf nicht, wie man bei der Lektüre des Aufsatzes meinen könnte, ausschließlich von Frauen ausgeübt wird. Daß die Zahl der männlichen Kollegen bislang noch kleiner ist als die der weiblichen, hat überwiegend finanzielle Gründe. Bis vor einiger Zeit konnte sich ein Mann, der eine Familie mit zu versorgen hat, eine so teure Ausbildung im Hinblick auf die geringe spätere Honorierung seiner Tätigkeit nicht leisten.
Im Folgenden soll versucht werden, das Berufsbild des Psychagogen zu skizzieren, wie es sich aus der Sicht einer Gruppe von Psychagogen darstellt. Sie betrachten sich nicht als Sprachrohr sämtlicher Kollegen, da eine Diskussion dieses Themas auf einer Mitgliederversammlung aus zeitlichen Gründen bis jetzt noch nicht möglich war.
So wie auf dem Gebiet der Psychotherapie von Erwachsenen unterschiedliche schulische Ausrichtung und methodische Erwägungen eine Rolle spielen, so wird auch die theoretische Ausbildung und praktische Arbeitsweise des Psychagogen zunehmend deutlicher von den jeweiligen schulischen Konzeptionen bestimmt und geprägt.
Die „Richtlinien der Ständigen Konferenz der Ausbildungsstätten für Psychagogen in der Bundesrepublik und West-Berlin“stel