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Das vorliegende Buch gibt in 23 Kapiteln einen Überblick über die Geschichte der modernen Psychiatrie; so ist es für den Medizinhistoriker und vor allem den an der Geistesgeschichte und Systematik der modernen Psychiatrie Interessierten ein nicht zu übersehender Beitrag. Für den vorwiegend analytisch Arbeitenden und den praktizierenden Psychotherapeuten dürfte das Buch weniger von Interesse sein. Wir glauben, daß Carl Menningers Buch „Balance des Lebens“wissenschaftsgeschichtlich bedeutsamer ist, zumal dort auch die Systematik und die Geschichte an der Entwicklung der psychiatrischen Terminologie dargestellt werden.
Um einige Beispiele aus dem vorliegenden Buch zu geben, sei auf das Kapitel über die „Sozialpsychiatrie und seelische Hygiene im 18. Jahrhundert“hingewiesen, vor allem da man ja doch in diese Zeit kaum Ansätze der Sozialpsychiatrie datiert. Für den mehr organisch Orientierten sind die Ausführungen über die frühen Ansätze der Elektroschocktherapie sicherlich interessant; den Analytiker betreffen allerdings die Ausführungen über die Vorgänger Freuds, über ihn selbst und C. G. Jung mehr. Eine Informationsquelle über eine Kombination von psychoanalytischen Ansätzen und klassischer Psychiatrie, wie sie für die Entwicklung in Amerika typisch ist, ist die Richtung von Alanson White.