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Man spricht von Sterilität bei der Frau im allgemeinen dann, wenn es innerhalb eines Jahres bei regelmäßigem sexuellen Verkehr ohne empfängnisverhütende Mittel nicht zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Dabei wird vorausgesetzt, daß der männliche Partner einen normalen Spermabefund hat (Bos und Cleghorn 1958, Kelley 1942, Rheingold 1964). Der Begriff der Sterilität ist gegen den der Infertilität abzugrenzen (Rheingold 1964). Infertilität bedeutet die Unfähigkeit, ein gezeugtes Kind auszutragen. Schließlich wird noch zwischen primärer und sekundärer Sterilität unterschieden, wobei letztere dann vorliegt, wenn bei einer Frau auf eine Phase der Fruchtbarkeit eine Phase der Sterilität folgt (Condrau 1965). Der Begriff der „Ein-Kind-Sterilität“ wird für die nicht seltenen Fälle gebraucht, in denen nach der Geburt eines Kindes weitere Konzeptionen ausbleiben. Dunbar (1954) schätzte für die USA, daß von 40 Mio. Ehepaaren 5 Mio. entgegen ihrem Wunsch kinderlos sind oder weniger Kinder haben, als sie möchten.
Innerhalb des Gesamtproblems der Sterilität läßt sich ein Bereich der psychogenen, funktionellen oder psychosomatischen Sterilität abgrenzen. Für diesen Bereich gelten zwei Kriterien: 1. das Fehlen organischer Befunde, die als Ursache für die Sterilität in Frage kommen; 2. das Vorliegen pathogener psychischer Befunde, die einen Bezug zur Sterilität haben (Bos und Cleghorn 1958). Es ist nicht sinnvoll, von psychogener Sterilität zu sprechen, weil „psychogen“ das Fehlen eines organischen Substrats bedeutet, während „psychosomatisch“ besagt, „daß für die Entwicklung einer (solchen) Krankheit ein aus dem Erleben stammender Faktor eine wesentliche aber nicht immer ausschlaggebende Bedingung ist“ (Mirsky 1961/62, Seite 27). Die funktionelle Sterilität ist also eine psychosomatische Erkrankung, da das Ausbleiben der Konzeption ein somatisches Symptom ist, auch wenn sich keine somatischen Ursachen für dieses Symptom nachweisen lassen. Hier soll daher im folgenden von funktione