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Im vorliegenden Buch sind Beiträge vom ersten Internationalen Symposion der 1968 gegründeten Holländischen Gesellschaft für Psychosomatische Forschung
veröffentlicht. In den mehr theoretischen Studien wird Psychosomatik unausgesprochen als eine medizinische Spezialwissenschaft verstanden, deren Aufgabe es ist, die ätiologischen Vorstellungen aus den verschiedensten Disziplinen zusammenzustellen und miteinander zu verbinden; die mehr experimentellen Arbeiten seien kurz mit dem Stichwort Affektphysiologie charakterisiert. Dieser Bezugsrahmen macht die zu rezensierenden Informationen für den psychoanalytisch arbeitenden Psychosomatiker schwer auswertbar; in der Fülle von Hypothesen und Details werden unbewußte seelische Vorgänge nicht berücksichtigt, Zielgebiet ist das „somatische Entgegenkommen“.
Ein gutes Drittel des Buches nimmt H. Weiners akribische Durchsicht der Literatur ein. Sie läßt ihn schließen, daß für die Entstehung der essentiellen Hypertonie psychische und soziale Faktoren keine überzeugende Rolle spielen, sondern allenfalls das Leiden mitauslösen und den Verlauf modifizieren. Er nimmt als wesentliches ätiologisches Moment an, daß die Blutdrucksteuerung durch das Renin-Angiotensin-System der Niere wegen eines genetischen Defekts im iuxtaglomerulären Apparat gestört sei (diese Annahme erinnert uns an Mirskys Arbeiten zum Ulkusleiden). Die klinische Validierung dieser ätiologischen Hypothese ist jedoch nicht durchführbar. Interessant in diesem Zusammenhang ist, daß die Morbiditätsstatistik in der Erwachsenenbevölkerung der Bundesrepublik von einer Krankheitshäufigkeit zwischen 10 und 25 % spricht. Für den neurophysiologisch interessierten Leser bietet der Beitrag weiterhin eine ausführliche Diskussion der Hypothese, daß der essentiellen Hypertonie eine neurale Fehlsteuerung zugrunde liegt. Weiners methodische Position ist eindeutig: er zieht die experimentalphysiologische Forschung jeder anderen Arbeit mit Hochdruckpatienten vor.
Sokolow u. a. untersuchten