You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
An diesem kleinen Band ist auf den ersten Blick erstaunlich, daß sein (kurzes) Verzeichnis der Sekundärliteratur mit dem Jahr 1967 abbricht, obwohl das Thema „Soziologie und Psychoanalyse“ im allgemeinen sowie „Parsons vs.
Freud“ im besonderen in jüngerer Zeit verschiedene Bearbeitungen gefunden hat. Hat der Autor diese Arbeiten nicht zur Kenntnis genommen? Oder hat er sie zur Kenntnis genommen, aber die Notiz vergessen? Beide Fälle würden sich nicht mit dem wissenschaftlichen Brauch decken.
Die Durchsicht des Textes ergibt, daß die Literaturliste insofern zutreffend ist, als er der wesentlichen Substanz nach recht getreu die deutsche Parsons-Diskussion um die Mitte der 60er Jahre wiedergibt: die Literaturhinweise auf die „Klassiker“ Lockwood und Wrong sowie die Essays Adornos in den Frankfurter Beiträgen läßt ein Stück aus der Geschichte des deutschen Soziologiestudiums wieder erstehen, Brigitte Steinbecks Funktionalismusreferat als historisches Detail eingeschlossen. Daß Habermas und Marcuse mit 1967 veröffentlichten (und diskutierten) Arbeiten noch Aufnahme in das Verzeichnis und den Text finden, spricht für die ursprüngliche Authentizität dieser Jahreszahl. Wie verhält es sich aber mit den neueren Arbeiten und der Jahreszahl 1972?
Kellermanns Buch Kritik einer Soziologie der Ordnung findet im Literaturverzeichnis noch Erwähnung und ist auch im Text verarbeitet; die inhaltlich bei Kellermann vorformulierten Passagen sind allerdings nicht als solche angemerkt (S. 47 ff.). Das Parsons-Buch Bergmanns, ebenfalls noch 1967 erschienen und ebenfalls der kritischen Schule entstammend, hat weder Erwähnung noch Niederschlag gefunden. Besonderes Interesse verdient der Vergleich mit dem Buch Noltes , da die Themenstellung — Psychoanalyse vs. Soziologie als Gegenüberstellung von Freud und Parsons — bei beiden identisch ist und man eine Doublette vermutet. Offensichtlich ist Kunzes Arbeit jedoch unabhängig von derjenigen Noltes entstanden, auch wenn beide den kritischen Gesich