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Die Arbeitsweise und spezifische Zielsetzung sog. „Balint-Gruppen“ wird hier am Beispiel einer Gruppe von Seelsorgern dargestellt, denen es darum geht, die psychoanalytische Wahrnehmung auf ihre seelsorgerische Berufspraxis zu übertragen, um für ihren Umgang mit Menschen ein vertieftes Verständnis zu gewinnen. Indem die Gruppe sich unter Leitung eines Psychoanalytikers auf die situativen Begebenheiten bestimmter „Fälle“ aus dem seelsorgerischen Alltag konzentriert, identifiziert sie sich mit der Blickweise des Therapeuten. Die Aufklärung der unbewußten Bedeutung, die bestimmte seelsorgerische Situationen für den jeweiligen Klienten haben, leitet zugleich bei den Mitgliedern der Gruppe persönlichkeitsumbildende Prozesse ein, die an Veränderungen ihrer Berufspraxis spürbar werden.
Wo immer die Seelsorge sich aufrichtig und ohne geheime Nebenabsichten als Gespräch versteht und sich auf die Strukturen des mitmenschlichen Umganges wirklich einläßt — und ich meine, daß sie das weithin noch zu lernen hätte —, da wird sie auch dem ihr anvertrauten Menschen ein Stück neuer Erfahrung ermöglichen.