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In der Einleitung zu diesem achtzehnten Heft der ‚Freud Anniversary Lectures‘, gehalten 1968 in New York, beschreibt Anna Freud in der ihr eigenen schönen, klaren Sprache die ‚negative Erfahrung‘. Sie meint damit, daß die Psychoanalyse sich in den Anfängen aus der Therapie von gestörten Kranken entwickeln mußte, weil nur in der Pathologie die tieferen Schichten der Seele sichtbar werden können. Erst von daher konnten die Probleme der ‚normalen‘ Entwicklung des Seelenlebens erkannt werden.
In den folgenden drei Teilen schildert die Autorin die Schwierigkeiten im Entwicklungsgang der Psychoanalyse von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.
Im ersten Teil, „Das Publikum“, erinnert Anna Freud an die schwere Belastung, der die Pioniere der Analyse durch die abweisende, feindselige Haltung der Umwelt (speziell der offiziellen akademischen Kreise) ausgesetzt waren. Die Analyse wurde in jener ersten Zeit als eine unwissenschaftliche, amoralische, ja „schmutzige“ Phantasie abgelehnt. Die Autorin meint, daß diese Form der Kritik heute (speziell in Nordamerika) kaum mehr vorkomme. Sie sieht aber eine neue Bedrohung in folgender Entwicklung: Das teilweise Akzeptieren der Psychoanalyse von seiten der Umwelt habe eine Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen der Menschenkunde: Psychiatrie, Medizin, Erziehung, akademische Psychologie, Sozialwissenschaften, Jurisprudenz usw. ermöglicht und gefördert. Einerseits heißt Anna Freud diese Interaktion willkommen (auch Sigmund Freud hatte eine solche Zusammenarbeit vorausgesehen und gewünscht). Andererseits fürchtet Anna Freud, daß diese gegenseitige Beeinflussung eine Verwässerung der Analyse mit sich bringen könnte. Ich teile diese Besorgnis, bezweifle aber, daß es sich nur um eine spezielle Opposition der jüngeren Analytiker gegen die Elterngeneration handelt. Ich sehe hier eher einen Spezialfall einer allgemeinen Tendenz in der Menschheitsentwicklung, die die Konflikte zwischen individuellem Interesse und gesellschaftlicher Entwicklung („ma