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In diesem Buch setzt der Autor seine Reflexionen über den Menschen und dessen Abgrenzung zu Natur und Gesellschaft auf der Grundlage der psychoanalytischen Theorie fort, die er in „La révolte contre le père“ begonnen hat (siehe Psyche 7/1970 — demnächst in deutscher Übersetzung im Fischer Verlag). Der weltweite Protest der Jugend aus Ländern mit unterschiedlicher Gesellschaftssystemen
gegen erstarrte soziale Ordnungen, etablierte politische und ökonomische Macht- und Besitzverteilungen bildet den aktuellen Rahmen dieser in ihren Grundzügen lange geplanten Arbeit. Die Beobachtung kollektiver Phänomene anläßlich der Mai-Ereignisse von 1968 in Frankreich in Verbindung mit der klinischen Erfahrung an Analysepatienten dienen Mendel als direkte Bezugsquellen. Er sieht in der Identifizierung der Protestierenden mit erwählten Leitfiguren wie Mao, Che Guevara oder Marcuse nicht einen Vorgang, der einer primär reflektierten gemeinsamen Zielvorstellung Inhalt verleiht, sondern „… eine Rechtfertigung a posteriori, Ausdruck eines fundamentalen menschlichen Bedürfnisses, dem Formlosen eine Form, ein Gesicht zu verleihen, es zu gestalten …“. Ihn interessieren die kollektiven Antriebe und die zugrunde liegenden unbewußten Vorstellungen. Dabei räumt er ein, daß ein psychoanalytischer Beitrag zum Verständnis der primären Verfassung des Menschen, des „spezifisch anthropogenen Kerns“, wie er es nennt, die Notwendigkeit der Erhellung soziologischer Dimensionen nicht aufhebt, da die direkte Übertragung der Kenntnisse über das Individuum auf die Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist. Mendel übernimmt nicht Freuds Ansicht, Soziologie könne nichts anderes sein als angewandte Psychologie.
Diesen Ansatz hält er m. E. aber nicht durch. Das Modell, das er verwendet und das vorwiegend an den Konzeptionen von Melanie Klein orientiert ist, hat seine Begrenzung in einer gewissen Verabsolutierung biologistischer und psychologi-stischer Erklärungsversuche, so daß die Wechselwirkung zwischen „Nat