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Man kann das Werk eines Autors von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachten. Z. B. kann man fragen, ob es überhaupt originell ist, d. h. bisher verborgene Seinsbereiche erschließende, sie konstituierende Ideen enthält, so daß neue Fragen sinnvoll gestellt werden können, denen neue Einsichten und neue Konsequenzen folgen. Man kann auch untersuchen, welche Position dem Werk eines Autors im Kontext einer je schon gegründeten Wissenschaft zukommt, welche Lücken es hier ausfüllt, welche Ergänzungen ihm zu verdanken sind oder auch welche Zerstörungen und Verbiegungen der bestehenden Theorie und Praxis ihm angelastet werden müssen. Es ist zuweilen auch üblich, und von manchen wird es mit Nachdruck im Dienste kritisch-emanzipatorischer Bestrebungen getan, aufzuzeigen, welche Probleme ein Autor übersah, welche Einseitigkeiten er, besessen von Vorurteilen, sich zuschulden kommen ließ zwecks Stabilisierung von seinem Status nützlichen, sozial-ökonomischen Verhältnissen und Herrschaftsstrukturen.
Auch mit Heinz Hartmanns Werk haben sich die Kritiker in dieser Art beschäftigt. Von vielen wurde und wird er gepriesen und gefeiert, wie es sich in den großen Ehrungen und Anerkennungen, die ihm zu Lebzeiten zuteil wurden, ausdrückt, weil sein Werk seit dem Erscheinen seiner epochalen Monographie „Ich-Psychologie und Anpassungsproblem“ in legitimer Weise die Psychoanalyse Sigmund Freuds fortsetzt, tiefer begründet, zu Recht erweitert (siehe z. B. R. S. Eissler und K. R. Eissler, 1964). So hat insbesondere L. Rangell in detaillierter, umfassender Weise gezeigt, wie Hartmann die bestehende psychoanalytische Theorie und Technik abklärt und ausdehnt, wie er den Weg zu zukünftigen Forschungen und Problemstellungen weist und wo er Brücken zu Nachbardisziplinen schlägt (L. Rangell, 1965), so daß das Urteil wohl begründet erscheint, er habe „Beiträge“ zu „einer wahrhaft einheitlichen Theorie der biologischen und soziologischen Aspekte der menschlichen Seele“ geliefer