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Die Cocapflanze, Erythroxylon Coca, ist ein 4-6 Fuß hoher unserem Schwarzdorn ähnlicher Strauch, der in Südamerika, insbesondere in Peru und Bolivia, in großem Umfange angebaut wird. Er gedeiht am besten in den warmen Tälern am Ostabhange der Anden, 5000-6000 engl. Fuß über dem Meeresspiegel, in einem regenreichen, von Temperaturextremen freien Klima1. Die Blätter, welche etwa 10 Millionen Menschen als unentbehrliches Genußmittel dienen2, sind „eirund, 5-6 cm lang, gestielt, ganzrandig, bereift, durch zwei besonders an der unteren Fläche hervortretende, linienförmige Falten ausgezeichnet, welche, Seitennerven gleichend, vom Blattgrunde bis in die Blattspitze im flachen Bogen den Mediannerven begleiten3.“ Der Strauch trägt kleine weiße Blüten zu 2 und 3 in seitlichen Büscheln und eiförmige rote Früchte. Er wird entweder durch Samen oder durch Stecklinge gepflanzt; die jungen Pflanzen werden nach einem Jahr versetzt und geben nach 18 Monaten die erste Blätterernte. Die Blätter werden als reif angesehen, wenn sie so steif geworden sind, daß ihre Stengel bei Berührung abbrechen.
Sie werden dann rasch an der Sonne oder mit Hilfe des Feuers getrocknet und für den Transport in Säcke (cestos) genäht. Ein Cocastrauch gibt unter günstigen Verhältnissen 4-5 Blätterernten jährlich und bleibt 30-40 Jahre ertragsfähig. Bei der großen Produktion (angeblich 30 Millionen Pfund jährlich) sind die Cocablätter für jene Länder ein wichtiges Handels- und Steuerobjekt4.