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Das vorliegende Buch ist aus Vorlesungen erwachsen und richtet sich an alle, die im Rahmen der Kirche an der seelsorgerischen Praxis beteiligt sind. Für diese Aufgabe wurde das Buch didaktisch ausgezeichnet strukturiert. In sechs Abschnitten werden Leitthesen zum Thema „Seelsorge als Gespräch“ formuliert und unter Berücksichtigung der einschlägigen Literatur abgehandelt. Der Autor, Theologe und Psychoanalytiker, beherrscht die Kunst, komplizierte fachspezifische
Probleme in verständlicher Umgangssprache an eingestreuten Beispielen anschaulich zu machen.
Im ersten Kapitel grenzt der Autor Seelsorge als Verkündigung scharf von seiner eigenen Auffassung ab, nach der sich Seelsorge als echtes Gespräch versteht. „Es dürfte eine Schicksalsfrage für die Lebensäußerungen der Kirche sein, ob das Gespräch in ihr zum Strukturelement werden kann. Unser Vorschlag geht dahin, gerade hierin das seelsorgerische Element kirchlichen Handelns zu sehen“ (Seite 43). Dieser hohe Anspruch wird in den ersten Kapiteln überzeugend dokumentiert, fällt aber leider ab, wenn als Tribut an didaktische Systematik praxisnahe Regeln aufgestellt werden. Sie wirken an diesem Anspruch gemessen wie Fremdkörper, z. B. „daß man sich bereits am Anfang durch ein mehr explorativ bestimmtes Gespräch Klarheit darüber verschafft, ob es sich bei dem Betreffenden um eine psychische Krankheit handelt …“ (Seite 56) oder „Wir deuteten schon an, daß es sehr schwierig ist, gerade in kurzen Gesprächen den Code-Charakter von Mitteilungen sofort zu verstehen. Deshalb kann man sich weithin darauf beschränken, nur darauf zu achten, welche Worte uns emotional geladen vorkommen …“, „um den Gesprächspartner zu neuen Assoziationen dazu anzuregen“ (Seite 104). Der Versuch, dem berechtigten hohen Anspruch mit einem praxisbezogenen Methodenpluralismus sehr heterogener Art beizukommen, ist — abgesehen vom didaktischen Wert für die Ausbildung — hoffentlich noch nicht das letzte Wort des Autors. Seine gegenwärtige Auffassung: „Ange