You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Im Vergleich mit dem Standardwerk von Boring ist diese Geschichte der Psychologie von schmalerem Umfang, verdient jedoch eine Empfehlung für den Leser, der nicht die enzyklopädische, sondern die einprägsame Information, und zwar in Gestalt gefälliger Lektüre, sucht. In sorgfältiger logischer Verarbeitung und mit vorzüglichen stilistischen Mitteln werden nacheinander Descartes, die britischen Empiristen, die französischen Physikalisten, die deutschen philosophischen und experimentellen Psychologen des 19. Jahrhunderts, Darwin, die Psychoanalyse (auf dem Hintergrund des „Entwurfs einer Psychologie“), der Behaviorismus und schließlich die Gestalttheorie dargestellt. Die biographischen Daten fallen kürzer als bei Boring aus (Ausnahme: Freud); dafür sind die allgemeinen Entwicklungslinien des psychologischen Denkens greifbar freigelegt, wobei der Autor auf Vorarbeiten (zum Einfluß des Newtonschen Weltbildes, des Physikalismus im allgemeinen und der Elektromechanik im besondern) zurückgreifen kann. Seine Präsentation folgt der Perspektive, daß Denkmodelle die Vorstellungen darüber bestimmen, was ist, und daß die Denkmodelle der Gegenwart aus der Vergangenheit hervorkommen: „Die Wirkung der Vergangenheit besteht darin, daß sie eine Art Einstellung oder Neigung induziert, die Dinge selektiv wahrzunehmen und selektiv zu reagieren“ (p. IX). Der geschichtlichen Rückerinnerung wird als Motto ein schönes Zitat von William James (aus dem Principles of Psychology) vorausgeschickt: