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Die vorliegende Schrift gibt die Sigmund-Freud-Vorlesung wieder, die Spitz zum 102. Geburtstag Freuds am New York Psychoanalytic Institute gehalten hat. Das zentrale Thema, die Ichbildung, bot dem Autor Gelegenheit, seine Gedanken zur Ausbildung der psychischen Struktur, wie sie sich während der letzten fünfundzwanzig Jahre im Verlauf seiner Forschungen über Kleinkinder entwickelt haben, darzustellen. Ausgehend von der Feststellung, daß Neuerwerbungen in der Natur auf bereits vorhandenen Organisationen aufbauen und daher einige der frühesten psychischen Prozesse höchstwahrscheinlich nach dem Modell biologischer Prototypen ablaufen, weist Spitz auf Analogien (und Disanalogien) zwischen Vorgängen auf der embryonalen Entwicklungsstufe und solchen der frühen psychischen Entwicklung hin, Analogien, die sich auch in verwandten Zügen in den Strukturen des embryologischen und des psychoanalytischen Denkens spiegeln. Spitz übernimmt von der Embryologie den Begriff des Organisators (bzw. das Feldkonzept) und verwendet ihn zur Bezeichnung eines Zustands der Koordination und Integration einer Reihe somatischer und psychischer Funktionen, der zu einer neuen Stufe der Organisation führt. Jede dieser Stufen bedeutet eine Neustrukturierung vorhandener Strukturen auf einer höheren Organisationsebene und stellt der Entwicklung phasenspezifische Aufgaben. Varianten dieses wichtigen Prinzips der aufsteigenden Integration wurden in den vierziger Jahren von Paul Weiss zum Verständnis der Organisation einfacher Bewegungsstrukturen und von N. Tinbergen zur Formulierung seiner Instinkttheorie herbeigezogen. Auch Piagets genetische Theorie der Intelligenz basiert auf einem solchen Organisationsprinzip, von dem wir daher annehmen dürfen, daß es ebenso den elementarsten wie den komplexesten Aufbauprozessen zugrunde liegt.
Spitz zeigt, daß sich im ersten Lebensjahr drei Integrationsstufen der psychischen Organisation unterscheiden lassen: Die von der Geburt bis etwa zur Mitte des dritten Monats