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Das Buch ist in den Grundzügen mit Balint besprochen, dem Einteilung und Inhaltsübersicht bekannt waren und der für die ursprüngliche Fassung Kürzungen vorgeschlagen hatte, um den Arzt im engeren Sinne besser zu erreichen. Damit mag es zusammenhängen, daß der Zugang zum Gegenstand — Theorie und Praxis der psychologischen Ausbildung des Arztes nach dem Balintschen Konzept — nicht durch allzu breite Erörterungen über die sciences humaines verstellt wird, ohne daß die historischen und soziokulturellen Bezüge zu kurz kommen.
Der erste Teil handelt von Krankheit und ihren Ursachen, wie sie die Klinik sieht, von der sich wandelnden Stellung des Arztes auf dem Hintergrund des Verständnisses von Krankheit und Kranken in verschiedenen Kulturen, von der Beziehung zwischen Arzt und Patient, die keine direkte mehr ist, sondern vermittelt durch die Funktion des Patienten im Produktionsprozeß, den Anspruch der Gesellschaft an den Kranken, die Medizin mit ihrem diagnostischen und therapeutischen Apparat, die Krankenkasse, „… die zur Definition des Kranken, zur Beziehung des Arztes mit diesem Kranken ein Wort zu sagen hat und es auch sagt“. Die bislang einseitig naturwissenschaftlich ausgerichtete Präventivmedizin, deren Nutzen selbst um den Preis des minimalen Zwangs auf das Individuum auf der Hand liegt, ist mit der Entwicklung zunehmend differenzierter Untersuchungsmethoden indessen jedwedem Mißbrauch ausgesetzt. Sie wird, so müßte hinzugefügt werden, bei Ausklammerung des herme-neutischen Ansatzes ihr eigentliches Ziel verfehlen. Die naturwissenschaftlichen Forschungsergebnisse, auf die Freud bis zuletzt gesetzt hatte, haben die Frage nach den Ursachen seelischen Krankseins nicht lösen können, und selbst zum Verständnis der Entstehung organischer Erkrankungen bedarf es eines komplexeren Bedingungsgefüges. Was aber Freud noch, „nicht zuletzt aus Gründen wissenschaftlicher Exaktheit“, aus seinem Forschungsbereich ausschloß, griffen andere sehr bald auf. Ferenczi, Jeliffe und Grodd