You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Klüwer betont den Vorrang der psychoanalytischen Erkenntnis gegenüber ihrer therapeutischen Nutzanwendung. Der (dem Lustprinzip entsprechenden) Tendenz, Leidensersparnis auf Kosten von Erkenntnisfortschritten zu erzielen, die für den einzelnen Therapeuten eine starke Versuchung ist, wirkt die vereinsmäßige Organisation der Psychoanalytiker entgegen (die freilich nicht nur den Primat der Erkenntnis konserviert). Psychoanalyse müßte so gelehrt werden, daß sie vom künftigen Psychoanalytiker nicht nur angewendet, sondern auch weiterentwickelt werden kann. Die gegenwärtige Rezeption der Psychoanalyse ist durch auf Mißverständnissen beruhende, uneinlösbare Erwartungen gekennzeichnet, deren Nichterfüllung Haß und Abwehr auslöst.