You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Autorin läßt die (in dieser Zeitschrift in den Jahren 1968-1970 veröffentlichten) psychoanalytischen Versuche, zum Verständnis der (damaligen) studentischen Protestbewegung beizutragen, kritisch Revue passieren. Die Mehrheit der psychoanalytischen Autoren ignorierte das theoretische Selbstverständnis der Studentenbewegung und unterlegte den Formen ihrer Praxis deutend generalisierte Erfahrungen an Studenten-Patienten. Bevorzugte Deutungsmuster waren die Rückführung des Verhaltens der politisch aktiven studentischen Minorität auf die spezifische „Vaterlosigkeit“ der Kriegsgeneration bzw. auf die neuro-togene Verfassung der Hochschulen. Zwischen strikt psychologistischen und eher soziostrukturellen Interpretationen suchten A. Mitscherlich und P. Parin zu vermitteln. — Eine Skizze der Zersplitterung der antiautoritär gestimmten Studentenbewegung in konkurrierende Quasi-Parteien, die sich ihrer Vergangenheit schämen, folgt nicht dem vorherrschenden Trend, aus der Not eine Tugend zu machen, sondern hält an den inzwischen verdrängten emanzipativen Zielen fest.