You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freuds Krankengeschichte vom „Kleinen Hans“ wird als psychoanalytischer Beitrag zur Ontogenese von Sprache und Bewußtsein interpretiert. Die therapeutische Intervention hatte, wie die beiden Verfasser zeigen, nicht die Funktion der „Rekonstruktion“ nach vorangehender „Sprachzerstörung“, sondern diente der Schaffung der Voraussetzungen zum Durchleben des ödipalen Konflikts (Ich-Gründung). Erst die identifikatorische Teilhabe an der Lebensweise des Vaters (und des Therapeuten) als des „Dritten“, der zugleich der (All-)„Wissende“ ist, ermöglicht die Bildung einer von symbiotischer Regression nicht mehr bedrohten Objektbeziehung zur Mutter.
„Eigentlich können wir auf nichts verzichten, wir vertauschen nur eines mit dem anderen.“ (S. Freud, 1908, S. 215)
„Ist es also so, daß ich gewisse Autoritäten anerkennen muß, um überhaupt urteilen zu können?“ (L. Wittgenstein, 1970, S. 128; 9. 4. 1951.)