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In einer Zeit, in der die Unzulänglichkeit der Menschen und menschlicher Gesellschaften offenkundig ist, die eigenen Lebensverhältnisse einigermaßen befriedigend zu gestalten, und die Zukunft mit Chaos, Zerstörung und Untergang droht, ist es kein Wunder, daß man sich in der westlichen Welt an die Wissenschaft wendet, um die Ursachen der Mißstände zu erkennen und Mittel zu ihrer Beseitigung zu finden. Eher mag es verwundern, daß es so wenige sind, welche von der Vereinigung des Marxismus und der Psychoanalyse gültige und nützliche Aufklärung erwarten, von den beiden Theorien, die jede ihrem Anspruch nach zuständig wären, die gestellten Probleme zu lösen. Der Ruf nach einer Zusammenfassung der beiden Wissenschaften geht davon aus, daß „beide Theorien ein gemeinsames ‚Objekt‘ — die in historisch-spezifischer Weise vergesellschafteten Individuen — haben, beide eine bestimmte Konstellation von Individuen und sozialen Verhältnissen reflektieren …“ (Seite 257).
Heute ist es so, daß eine sehr beschränkte Zahl von Intellektuellen einen „Brückenschlag zwischen Psychoanalyse und historischem Materialismus“ (Seite 257) als den wichtigsten und sogar als den einzig aussichtsreichen „Versuch, die Welt besser zu bestehen“ ansieht (A. Mitscherlich, , Seite I u. 157 ff.).
Dahmers Buch ist das klarste, am besten durchdachte und eines der umfassendsten Werke der neueren Freud-Marx-Literatur. Es erspart die Lektüre zahlreicher anderer Arbeiten über dieses und benachbarte Probleme. Die Frage, warum die große und keineswegs immer publizistisch schweigende Mehrheit von Historikern, Soziologen, Ethnologen (anthropologists) und Politologen Psychoanalyse, Marxismus und gar erst deren Vermählung nicht interessant und keines ernsthaften Studiums würdig finden, wird in diesem Buch nicht diskutiert. Es ist sehr zweifelhaft, ob die Überzeugungskraft der engagierten Forscher-Minorität, auch wenn ihre Zahl anwachsen und ihre Theorien in praktische Versuche münden sollten, sich überhaupt je gegen die G