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Nach wichtigen Arbeiten über den Interaktionsprozeß zwischen Analytiker und Analysand und über Gruppenprozesse hat Argelander sich in den letzten Jahren vor allem um die Unterscheidung zwischen Symptom- und Charakterbildung (Psyche 24 [1970], 325) und um eine Neuformulierung des primären Narzißmus (Psyche 25 [1971], 358) bemüht. Die jetzt vorliegende Fallstudie eines „narzißtischen Charakters“ belegt und illustriert die in den beiden zitierten Arbeiten aufgestellten Thesen des Autors.
Seine Charakterstudie „stellt einen Versuch dar, die Vielschichtigkeit des menschlichen Erlebens an einer spezifischen Persönlichkeitsstruktur sichtbar werden zu lassen und darüber hinaus einen Einblick in ihre inneren Zusammenhänge zu gewinnen. Die Darstellung basiert auf dem Material einer psychoanalytischen Behandlung von mehreren hundert Stunden, geht aber gegenüber der klassischen Falldarstellung mehrere Kompromisse ein. Sie zentriert sich vom Thema her überwiegend auf die Differenzierung von Triebgeschehen und Narzißmus in ihrer Bedeutung für die Charakterbildung. Dazu benützt sie ein neuformuliertes Narzißmuskonzept, das nicht beanspruchen kann, vollständig oder allgemeingültig zu sein …“ (Seite 10).
Trotz dieser betont bescheidenen Formulierung, die der Autor im Vorwort wählt, glaubt der Rezensent, daß es Argelander gelungen ist, Einsichten zu gewinnen, die uns allen bei der Analyse unserer Patienten entscheidend weiterhelfen. Die scharfe begriffliche Trennung zwischen Charakter- und Symptombildung und die Ablehnung des verschwommenen Begriffs „Charakterneurose“ stellt zweifellos einen Fortschritt dar. Während er unter der „szenischen Funktion des Ichs“ die bewundernswerte Fähigkeit des Menschen versteht, durch die unbewußte innere Konfliktkonstellation die jeweilige Beziehungssituation zu einer spezifischen „Szene“ umzugestalten, die vom Patienten als ichfremd und als im Gegensatz zu den bewußten Zielsetzungen stehend erlebt wird (Seite 12), definiert er den Charakter als „Summe