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Eine der hervorragendsten und bekanntesten Gestalten der ungarischen Literatur wird hier zum ersten Male mit den Mitteln des psychoanalytischen Verstehens interpretiert. Als Ergänzung zu den bereits existierenden Interpretationen des Dichters Petöfi (als „Revolutionär“, als eine Art „Biedermeier-Gestalt“, als „Nationalheld“) versucht die Autorin, die „Charakterstruktur“ aus dem „Paläolithischen“ der Kinderjahre zu rekonstruieren. Sie verfolgt dabei das Ziel, deutlich aufzuzeigen, wie die Erlebnisse der Kinderjahre den Dichter bis zu seinem „heldenhaften Tod im Dienste der Weltfreiheit“ begleiten und sich in seinen Gedichten widerspiegeln. Mit dem „Präzisionsinstrument“ Psychoanalyse sollen vor allem „die verborgenen Schönheiten des Kunstwerks aufgedeckt werden“ (S. 113).
Es ist eine faszinierende Lektüre für den, der die Werke des Dichters in der Originalsprache kennt. Der methodologische Ansatz, das dichterische Schaffen als Basis für eine psychoanalytische Rekonstruktion der Persönlichkeitsstruktur des Künstlers zu nehmen, bleibt natürlich sehr problematisch. Besonders deutlich wird das dort, wo die Autorin die Frage der möglichen psychotischen Entwicklung des bei seinem Tode noch nicht einmal 26jährigen Dichters zu beantworten sucht. Leider ist die Arbeit nur in ungarischer Sprache zu lesen.