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Das vorliegende Buch unterscheidet sich wohltuend von den meisten Publikationen aus dem Bereich der Individualpsychologie. Man könnte etwas pointiert sagen: „Systematik ist nicht gerade die Stärke der Individualpsychologen“. Nun ist allerdings dieser Mangel die Kehrseite der Wendung zur pädagogischen und sozialen Praxis. Man findet daher in individualpsychologischen Büchern oftmals sehr instruktive Kasuistik, einleuchtende Geschichten, aber kaum deren systematische Standortbestimmung. Es ist ein Verdienst der beiden Autoren, die, als frühe Freunde von Alfred Adler nach den USA ausgewandert, sich intensiv mit dessen Werk beschäftigten, eine einfache und klar geordnete Darstellung gegeben zu haben. Es ist des weiteren auch ein Verdienst des Verlags, die Übersetzung dieses Buches ins Deutsche angeregt zu haben, und es ist letztlich ein Verdienst von E. Bornemann, in der Einleitung zur deutschen Ausgabe die Querverbindung der Individualpsychologie zur Psychoanalyse und zu verschiedenen Richtungen der sog. Schulpsychologie prägnant dargestellt zu haben. Der Rezensent stimmt inhaltlich nicht mit allen Ausführungen Bornemanns überein, doch findet er diese Einleitung klar und präzis in der Information.
Ganz ähnliches gilt für das Buch in toto. Die beiden Autoren bemühen sich, in das ganz und gar nicht übersichtliche Werk von Alfred Adler eine Struktur zu bringen. In einem Hinweis für den Leser, welcher vom Verlag dem Buch vorausgeschickt ist, wird die Schwierigkeit dokumentiert, die zumeist den englisch-sprachigen Ausgaben zugrunde liegenden Zitierungen der Autoren sachgerecht ins Deutsche zu übertragen. Wo dies nicht gelang, ist ein Hinweis gegeben.
Dem Text folgt eine Bibliographie der Werke Adlers und der Sekundärliteratur.
Obgleich wir der Meinung sind, daß eine Ausbildung in der Adlerschen Richtung nicht den Anforderungen an einen Psychotherapeuten genügt, halten wir doch die Kenntnis von und die Auseinandersetzung mit dem Adlerschen Werk für nützlich.