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G. Róheims „Animism, Magic, and the Divine Kind“ ist eine überarbeitete und erweiterte Fassung von im Jahre 1925 am Institute of Psychoanalysis in London gehaltenen Vorträgen. Sie sind zur zweiten — von Ferenczis Genitaltheorie bestimmten — psychoanalytischen Periode seiner ethnologischen Arbeiten zu zählen, die ihren Abschluß durch die von Róheim während seiner dreijährigen Forschungsreise nach Somalia, Zentralaustralien und zu den D'Entrecasteau-Inseln gemachten Erfahrungen und die daraus resultiernden Änderungen seiner Ansichten findet. Die vorliegende Arbeit hat — auch innerhalb der Psychoanalyse — bislang wenig Beachtung gefunden; sie teilt nicht einmal das Schicksal einiger späterer Arbeiten Roheims, die wie z. B. „The Eternal Ones of the Dream“ durch Mircea Eliade — wenn auch unter anderen, nichtanalytischen Gesichtspunkten — ausgeschrieben wurden.
Die nach Freuds „Totem und Tabu“ veröffentlichten psychoanalytischen Untersuchungen über Mythen und Riten versuchten in der Hauptsache, einzelne Mythen- und Ritenkomplexe zu deuten. Demgegenüber unternimmt Róheim in diesem Buch eine auf Ferenczis Bioanalyse gestützte, spekulative Interpretation der menschlichen Geschichte von den durch Medizinmänner geleiteten primitiven Stämmen bis zu den von göttlichen Königen beherrschten Völkern der Antike, für die er Material aus allen Gebieten der Ethnologie und Folkloristik verwendet. Ausgangspunkt seiner Interpretation ist der die Primitiven beherrschende Animismus und seine Technik: die Magie; beiden Vorstellungen liegt die fundamentale, im Koitus aktuell erfahrene Angst der Trennung eines Teils vom Ganzen zugrunde (Seite 4). Auch die vom Animismus entwickelte Idee einer Seele oder Seelensubstanz hat — wie Róheim an zahlreichen Beispielen, allerdings nur mittels Symbolübersetzung einsichtig machen will — ihr organisches Vorbild in dem beim Koitus abgespaltenen Teil: dem Samen, dessen Verlust ebenso wie der der Seele gefürchtet wird (Seite 8). Ihren Ursprung hat die Trennun