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In Zusammenarbeit von Psychologen und Psychoanalytikern ist an der Gießener Psychosomatischen Klinik ein Persönlichkeitsfragebogen entwickelt worden, der eine Lücke im Testinventar des klinischen Psychologen schließen will. Im deutschen Sprachraum existieren, so Beckmann und Richter in der Einleitung, bisher einerseits eindimensionale Tests mit hoher Präzision, anderseits Verfahren, die zwar zahlreiche Dimensionen erfassen, aber wenig präzise sind. Zu den letzteren zählten hauptsächlich die projektiven Tests wie Rorschach oder TAT, zu den ersteren faktorenanalytisch konstruierte Verfahren wie etwa der MMQ, der aber an Information letztlich kaum mehr als einen „generellen Klagsamkeitsfaktor“ (Seite 97) erbringe, der dann als „Neurotizismustendenz“ im Sinne einer allgemeinen vegetativen Labilität bezeichnet werde. Ähnliches gelte für MPI, FPI u. a. Für Beckmann und Richter ist nun ein derart gewonnener Neurotizismus-Wert diagnostisch wenig informativ und „nach dem heutigen Stand des Wissens nicht mehr sinnvoll. Es gibt eine Reihe von sehr unterschiedlichen neurotischen Tendenzen, die nicht auf eine Dimension reduzierbar sind“ (Seite 97). Daher wurde bei der Konstruktion des GT das komplexe psychoanalytische Persönlichkeitsmodell zugrunde gelegt.
Die 40 Items können vom Probanden in 10 bis 15 Minuten bearbeitet werden; zur Beantwortung bestehen jeweils sieben Wahlmöglichkeiten. Die Items fragen nach „komplexen emotionellen Grundbefindlichkeiten wie Ängstlichkeit, Depressivität“ (Seite 10), und „Ich-Qualitäten“ wie Introspektion, Phantasie, Durchhaltefähigkeit, Selbstkritik und Durchlässigkeit einerseis, anderseits danach, „wie sich ein Proband in psychoanalytisch relevanten Kategorien in Gruppenbeziehungen darstellt“ (Seite 12): soziale Resonanz, Nähe, Abhängigkeit, Vertrauen. Wenn dem Probanden somit (bei der Mehrzahl der Items) die Möglichkeit gegeben wird, sich in seinen Objektbeziehungen zu beschreiben, sollen Abwehrhaltungen umgangen werden, die bei einem direkten