You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Autor beginnt mit einer thematischen Abgrenzung und begrifflichen Einkreisung des Problems der (männlichen?) Masturbation und referiert im II. Kapitel einen geschichtlichen Abriß, der „über bedeutsame Auffassungskonzepte orientiert“ (S. 15).
Ausgehend von der Pflichtehe Onans mit der Witwe seines Bruders Her (Genesis 38, 9) und der fälschlichen Identifizierung mit der von Onan geübten Sexualpraktik wurde Masturbation über Jahrtausende hin als sündhaftes Tun angesehen, mit schuldhafter Selbstbefleckung, ja sogar mit Mord an Ungeborenen assoziiert. Die irrationalen theologischen Beschwörungen und Drohungen mit „höllischer Verdammnis“ fanden bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts ihre konsequente Fortsetzung in medizinisch ausgerichteten Monographien, in denen „die Masturbation ‚entmythologisiert‘ und im Treibhaus der Krankheiten angesiedelt wurde … (so)daß Sünde und Verschuldung hier ihre Rolle in pseudowissenschaftlicher Konversion weiterspielen“ (S. 19). Hierzu sei angemerkt, daß der relativ kurze ‚geschichtliche Abriß‘ das beste, weil informativste Kapitel des ganzen Buches darstellt; auf der anderen Seite hat R. Spitz, der vom Autor zitiert wird, 1952 in seinem Aufsatz „Autorität und Onanie“ (Psyche, Bd. 4) einen solchen geschichtlichen Überblick schon gegeben.
Jordi würdigt dann die Konzeption infantiler Sexualität, womit Freud einen radikalen Umschwung „in der Beobachtung und Interpretation sexueller Phänomene“ bewirkte. Durch Freud geraten „die psychischen Begleitumstände der Masturbation“ ins Blickfeld, worin „erstmals ein legitimer Versuch zur sachlichen Aufschlüsselung erkennbar ist“ (S. 23).
Das III. Kapitel „Die Masturbationskrise des Jugendlichen in unserer Zeit“ böte sich von der Themenstellung her geradezu an, „sachliche Aufschlüsselung“ zu betreiben, doch geht die Erörterung der Krise über eine nie konkret werdende Umschreibung des Problems in daseinsanalytischen Termini nicht hinaus.
Im IV. Kapitel unternimmt Jordi den Versuch einer „Synopsis über verbr