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Nach einem Überblick über die historischen, literarischen und juristischen Aspekte der Störungen der männlichen Potenz werden biologische Grundlagen erörtert. Der Autor hält das genetisch verankerte neuro-endokrine System und die psychosexuelle Entwicklung innerhalb eines bestimmten sozio-kulturellen Bezugsfeldes für die wichtigsten Determinanten des Sexualverhaltens der Erwachsenen. Bei den „Störungen der sexuellen Potenz des Mannes“ wird zwischen der anhaltenden Schwierigkeit, überhaupt oder für längere Zeit eine Erektion zu erzielen und den Ejakulationsstörungen (vorzeitige oder fehlende Ejakulation) unterschieden. Die verschiedenen Formen der Potenzstörungen werden zunächst voneinander unterschieden und z. T. durch Falldarstellungen veranschaulicht.
Die Tabus, unter denen die sexuellen Störungen in der Vergangenheit standen, haben die Gewinnung exakter Informationen über die Häufigkeit der Potenzstörungen beim Mann sehr eingeschränkt. In den letzten Jahren hat nach Ansicht des Autors eine Tendenz bestanden, allen sexuellen Störungen, bei denen keine organische Ursache nachzuweisen war, automatisch eine psychische Genese zuzuschreiben. Häufig sei das auch zutreffend, manchmal müsse jedoch die Ätiologie offenbleiben, denn psychische Symptome neben der Potenzstörung können sich, wie er meint, auch sekundär beim Patienten selbst und bei seinem Partner entwickeln.
In der Literatur finden sich zahlreiche Beiträge über männliche Potenzstörungen, hier wird jedoch über die erste systematische klinische Untersuchung berichtet, die in London am Maudsley Hospital mit dem Ziel durchgeführt wurde, ein Klassifikationsschema mit prognostischen Kriterien zu schaffen, das für den Praktiker wertvoll sein könnte. In diese klinische Studie wurden nur solche Patienten einbezogen, die mit der Beschwerde „Potenzstörung“ von einem praktischen Arzt an das Krankenhaus überwiesen worden waren, und nicht jene, bei denen das Symptom Potenzstörung bei der Untersuchung neurotischer oder psychoti