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Der Kreuz-Verlag kündigt dies Buch mit der Bemerkung an, daß die Autorin mit diesem Thema ein Tabu bricht, „denn im Mittelpunkt stehen Tod und Sterben-Themen, die eher verdrängt als bewältigt waren“. Den Anstoß zu dieser Arbeit erhielt Frau Kübler-Ross im Herbst 1965, als sie von vier Theologiestudenten um Unterstützung bei einer Arbeit über ‚Krisen im Menschenleben‘ gebeten wurde. Die Theologiestudenten hielten Sterben und Tod für die schwerste Krise im Menschenleben und wollten von der Autorin, die als Psychiatrin in einem großen Krankenhaus tätig ist, wissen, wie dies im konkreten Fall bewältigt wird. Man einigte sich, mit den Todkranken selbst zu sprechen.
Dieser Untersuchung wurden zuerst von Ärzten und Schwestern beträchtliche Widerstände entgegengesetzt. Nach Auffassung der Autorin ist das auf unreflektierte Einstellungen gegenüber dem Sterben, vor allem gegenüber dem eigenen Tod, zurückzuführen. Es zeigte sich aber dann, daß die Interviews für die Sterbenden eine Hilfe waren und auch dem Pflegepersonal manche Schwierigkeiten im Umgang mit ihnen erleichterten. Das interdisziplinäre Seminar über Tod und Sterben wurde schließlich zu einer recht erfolgreichen Veranstaltung innerhalb des Krankenhauses, an der nicht nur Theologiestudenten, sondern auch Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger, Fürsorger und schwerkranke Patienten teilnahmen (s. Kap. XI, Seite 205 ff.). Es kam zum Vorschein, daß die Krankenschwestern „den Mangel an spezieller Schulung und an Instruktion für solche Fälle“ bedauerten (Seite 210). Nach anfänglichem Sträuben wurde das Seminar offenbar vom Krankenhauspersonal als durchaus nützliche und dem Krankenhausbetrieb dienliche Einrichtung akzeptiert. Das wirft ein Licht auf die veränderte gesellschaftliche Situation, in der sich das Sterben heute vollzieht.
Mit der Erhöhung der durchschnittlichen Lebenserwartung in den hochindu-strialisierten Ländern auf über 60 Jahre und mit der Behandlung schwerer Krankheiten im Krankenhaus haben sich die Begleitumstän