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Hermann Langs, aus der Schule von Gadamer und Theunissen hervorgegangene Dissertation „Die Sprache und das Unbewußte“, die ebenso wie der Band I der aus dem Französischen übersetzten „Schriften“2 Jacques Lacans Ende 1973 erschienen ist, steht am Anfang einer für die nächsten Jahre zu erwartenden Welle von Lacan-Interpretationen im „weiten Feld“ zwischen Philosophie und Psychoanalyse. Zumindest indirekt wird damit auch ein neues Interesse an hermeneutischer und sprachbewußter Philosophie der nicht positivistisch oder linguistisch orientierten Richtung (Gadamer, Heidegger) geweckt. Es scheint zudem gerade ein günstiges Klima für Renaissancen und Wiederentdeckungen solcher durch Marxismus, Wissenschaftstheorie und Technologie „unterdrückten“ Positionen zu sein, ein Klima, in dem Verheißungen möglich sind wie die, daß man jetzt beabsichtige, „schnell hintereinander eine Dante-, Shakespeare-und Goethe-Renaissance“ herbeizuführen (H. Ch. Buch).
Langs Studie zu „Jacques Lacans Grundlegung der Psychoanalyse“ tritt mit keinen vergleichbaren Ansprüchen auf und leistet im Detail mehr: nämlich die Aufarbeitung von Lacans Theorie, die bisher in den variationsreichen Sätzen: „Das Unbewußte ist der Diskurs des Anderen“ und „Das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache“ bei uns kursiert. Zweifellos wird sich der Mythos um Lacan erst einmal „auffüllen“, wie dies immer der Fall ist, wenn bei entsprechender Inszenierung „Geheimnisvolles“ und „Rätselhaftes“ in Umlauf gebracht wird. Die Summe der bestehenden Meinungen und Vorurteile über Lacan als eines „Hohenpriesters eines esoterischen Kultes“ und über seine Theorie als Hermetismus und obskure, elitäre Rückführung der Psychoanalyse auf sprachliche und symbolische Prozesse, die in Deutschland vergleichbar von Alfred Lorenzer geübt werde3, wird mit Interpretation und Spekulation, Aufklärung