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Der 4. Deutsche Jugendhilfetag in Nürnberg war, wie im 1. Kapitel des Buches ausgeführt, von den vorhergehenden dadurch unterschieden, daß weniger Fachleute als interessierte Studenten (700) und junge Sozialarbeiter bzw. kritische Sozialarbeiter in Ausbildung dort dominierten. Es herrschte von der ersten Minute an ein sozialkritischer, ja sozialkämpferischer Ton.
Die Problembereiche im zweiten Teil des Buches sind nach Konfliktfeldern aufgegliedert: Familie, Vorschulerziehung, Heimerziehung, Jugendverbände, Schule und Betrieb, Freizeit und Politik.
Als Beispiel der auf dem Jugendhilfetag geführten Auseinandersetzung mag die Diskussion um die Vorschulerziehung dienen. Die Vertreter der karitativen Organisationen hatten es schwer. Sie mußten sich verteidigen, denn die jungen Kritiker bezeichneten den Kindergarten alten Stils als eine Stätte, in der das Kind nicht auf ein „zukünftiges, modernes Leben“, sondern auf das Herrschaftsgefüge alten Stils vorbereitet, eingestellt wird. In der Tat herrscht ja im Kindergarten alten Stils das „Ideal der Bravheit“. Ähnlich hart wie um die Vorschulerziehung wurde auch um andere Probleme des Kindes und der Jugendlichen in unserer Gesellschaft gerungen. Es kann sicher nicht gesagt werden, daß auf dieser Tagung alle Probleme gelöst wurden, aber es muß hervorgehoben werden, daß zumindest auf Probleme hingewiesen wurde. Daher lohnt sich die Lektüre der Dokumentation.
Im dritten Teil des Buches wird die Reaktion auf die Tagung in Fachorganen und Wissenschaft einerseits und in der Presse andererseits dargestellt.