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Im theoretischen Teil des Bandes wird die historische Entwicklung der pädagogischen bzw. theologisch-philosophischen Grundlagen des Jugendstrafvollzugs, vorwiegend im Rheinland und in Westfalen, behandelt. Mit dieser Programmatik wird die Realität des Strafvollzugs in der Vergangenheit und in der Gegenwart verglichen. Gleichzeitig werden die Verhältnisse in einigen außerdeutschen Ländern, vor allem in der Sowjetunion und der Volksrepublik Polen, geschildert. Wesentliche Elemente des pädagogischen Konzepts im gegenwärtigen Strafvollzug sind nach Deimling: Erziehung (mit seelsorgerischer Betreuung), Berufsausbildung und Berufsumlernverfahren sowie Freizeitgestaltung. Im wesentlichen geht es dem Autor darum, das Verhältnis bzw. Mißverhältnis zwischen den pädagogischen Anforderungen und den Möglichkeiten der Vollzugsbeamten (auf Grund ihrer Herkunft und Ausbildung sowie ihrer daraus resultierenden Ideologie) zu untersuchen.
Im empirischen Teil der Untersuchung werden Vollzugsbeamte der Jugendstrafanstalten im rheinisch-westfälischen Raum abgehandelt, und zwar: die Jugendstrafanstalt Herford, das Lager für jugendliche Gefangene in Staupemühle und die Jugendstrafanstalt Siegburg. Die Untersuchung wurde vorwiegend mit Fragebogen durchgeführt, die im Anhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und Vorbildung der Vollzugsbeamten und ihrem pädagogischen Vorgehen bzw. ihrer pädagogischen Ideologie und damit auch ihrer kriminologischen Ansicht über Jugenddelinquenz vermerkt werden.