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Sowohl Psychoanalyse als auch Faktorenanalyse tragen in ihrem Namen die Bezeichnung Analyse; doch ist landläufig bekannt, daß die Gemeinsamkeiten wie auch die wechselseitige Kenntnis gering sind. Wie ließen sich die Differenzen begreifen? Zur Charakterisierung der Faktorenanalyse ist zunächst zu
sagen, daß sie ebenso wie die „klinische“ Methode der Psychoanalyse ein ausgesprochen induktives Verfahren darstellt, indem durch „direkte Analyse“ (S. 5) der phänomenalen Daten (sprachliche und sonstige Verhaltensäußerungen) der Schluß auf generelle Strukturen der Psyche unternommen wird. Die „Direktheit“ der Analyse ist jedoch in den beiden Fällen eine verschiedene. Während die Psychoanalyse im Grunde außer auf das Traumerlebnis auf die empathische Erfahrung in der Ubergangssituation und den lebensgeschichtlichen Schlüssel verweist, sieht die Faktorenanalyse die Möglichkeiten für den direkten Zugang nicht in der Subjektivität, sondern in der täuschungsfreien Objektivität. Zur Gewährleistung dieser transsubjektiven Objektivität benutzt sie als Daten solche aus standardisierten Verhaltensbeobachtungen, Fragebogen und Tests und für die Inferenz mathematische Verfahren, nämlich: statistische Methoden, lineare Algebra und analytische Geometrie, wobei die Vektoren- bzw. Matrizenrechnung im Zentrum der analytischen Operation steht. Der Grundgedanke ist der, die „erhebliche Spezifizität“ des Verhaltens (oder, mit den Neukantianern, die unendliche Mannigfaltigkeit der Erscheinungen) auf eine reduzierte und gewissermaßen „endliche“ Zahl von „Grundfunktionen„, „Elementarvariablen„, „Hauptkomponenten„, „Verhaltensdimensionen“ oder eben „Faktoren“ zurückzuführen, wobei die einen (wie einst Burt) diese Datenreduktion rein nominalistisch als formal-heuristische Vereinfachung der wissenschaftlichen Begriffsbildung betrachten, die anderen (wie schon Spear-man und Thurstone) dagegen die Suche nach den Faktoren mit dem Ziel betreiben, zu realen Wurzelfaktoren bzw. Grundfunktionen des Verha