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Der Autor hat sich fleißig bemüht, jenen Psychologen, die sich bei ihrer Arbeit auf psychometrische Verfahren stützen, Verfahrensregeln zur zufallskritischen Einschätzung gewonnener Testbefunde an die Hand zu geben. Seine Absicht ist, die Nützlichkeit der Annahmen der klassischen Testtheorie — über ihre Funktion als Grundlage der Testkonstruktion hinaus — „für eine rationale Auswertung psychometrischer Einzelfallbefunde„ zu demonstrieren. Dazu werden die Grundzüge der klassischen Testtheorie sorgfältig entwickelt, für die Intervallschätzung des „wahren Testwertes„ eines Probanden und die zufallskritische Abschätzung von Testwertdifferenzen nutzbar gemacht; und schließlich werden Probleme bei der Analyse individueller Testprofile und Methoden des Profilvergleichs diskutiert. Die Darstellung ist übersichtlich in ihrer Gliederung und auch für den mathematisch-statistisch nicht sehr kundigen Leser noch verhältnismäßig gut lesbar. Das Buch stellt in den gekennzeichneten Teilen eine kompakte Sammlung von Wissen dar, die man als Begleitoder Ergänzungstext zu den üblichen Veranstaltungen zur psychologischen Diagnostik an den Universitäten empfehlen kann.
Für den Nicht-Psychologen oder den am psychometrischen Ansatz der Diagnostik wenig Interessierten jedoch ist der Band vergleichsweise uninteressant. Die Darstellung engt sich selbst auf einen Ausschnitt eines fachwissenschaftlichen Problems ein. Das ist per se natürlich kein Urteil, das negativ verbucht werden müßte. Doch selbst da, wo der Autor durch die Strukturierung seines Textes Gelegenheit hätte, die eng gesteckten Grenzen für einen Moment zu übersteigen, wird der Gedanke eher abgebrochen, als daß ihm Entfaltung gestattet wäre. Der erste, problemgeschichtlich gemeinte Teil scheint die Erörterung um den Streit: idiographische versus nomothetische Richtung in der Psychologie gerade an den Punkten stillzulegen, wo sie für eine weiter gefaßte wissenschaftstheoretische und -historische Diskussion interessant werden könnte.