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Der Mensch hat sein Wissen in zwei Richtungen ausgeweitet. Mit dem Elektronenmikroskop durchdringt er die Zellstruktur und erkennt Moleküle und Atome. Vom Raumschiff aus erspäht er im weitesten Gesichts-winkel, den je ein Mensch zur Verfügung hatte, die Erde als eine Kugel. Beide Sichtweiten haben eines gemeinsam: Man sieht damit nicht den Menschen.
Die Psychoanalyse liefert ein optisches System, das spezifisch auf Menschengröße eingestellt ist. Neben einem Menschen sitzend, späht der Psychoanalytiker ebenfalls nach zwei Richtungen aus: er sieht, wie der Mensch nach innen blickt (oder es vermeidet, nach innen zu blicken), und er sieht, warum er nach den Sternen greift. Als ich überlegte, was ich in dieser kurzen Abschiedsrede sagen wollte, wählte ich den weiten Blickwinkel, um den Zustand unsererWissenschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart und ihre Beziehung zu den Nachbargebieten zu überblicken. Es stimmt nicht, daß der Analytiker die Außenwelt nicht sieht, nicht mit ihr in Kontakt ist. Er hat jedoch eine besondere Blickrichtung, von innen nach außen, durch den intrapsychischen Prozeß hindurch.
Vier Jahre Präsidentschaft in dieser Internationalen Vereinigung bedeuten, um es milde auszudrücken, eine Reizüberflutung. Von diesem Berg aufgehäufter zwischenmenschlicher Transaktionen — man könnte fast von einem „Sperrfeuer“ reden — herab will ich nun einen Rundblick über das Gesamtfeld tun. Manche unserer Probleme scheinen ja nur deshalb so schwierig, weil wir die Größenabmessungen, die relativen Proportionen der Gegenstände nicht beachten.
Die Psychoanalyse, die sich jetzt dem ersten Jahrhundert ihres Bestehens nähert, hat während ihrer ereignisreichen Geschichte eine bewegte, stürmische, niemals uninteressante Entwicklung genommen. Sie prägte ihrer Zeit das Schlagwort vom „Jahrhundert Freuds“ auf und wurde ihrerseits von der Geschichte dieses zwanzigsten Jahrhunderts geprägt.