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Thema dieses Buches ist zum einen die „Geschichte“ des Gegenstandes der Psychoanalyse — eine Geschichte, wie sie bislang niemand erzählt hat, wohl, weil sie niemandem problematisch schien. Zum anderen wird in ihm eine theoretische Neubestimmung eben dieses Gegenstandes präsentiert — eine Neubestimmung allerdings, die darin ihre Pointe hat, daß sie zwar den bisherigen Gegenstand seiner Mystifikationen entkleidet, ihn aus „den Kategorien einer (in ihrer Verdinglichung nicht durchschauten) Instanzenlehre“ entläßt, dabei jedoch nur den immer schon gemeinten auf einen „neuen Begriff“ bringt.
Beide Intentionen sind systematisch miteinander verklammert: Bereits auf der ersten Seite findet sich ein Satz, der den Ausgangspunkt der Diskussion markiert, dabei gleichzeitig die wesentlichen Entfaltungen des Buches schon in sich trägt: „Zugleich aber läßt sich das, was hier als Gegenstand begriffen wird — eben die ‚bestimmte Interaktionsform‘ —, nur zureichend präzisieren, wenn schon klargestellt ist, daß und wie Interaktionsformen in der praktischen Dialektik des Sozialisationsprozesses aufgebaut werden, und wenn deutlich wird, wie subjektive Strukturen aus objektiven Prozessen hervorgehen“ (S. 7). Dreierlei wird sichtbar: der eigentliche Gegenstand der Psychoanalyse wird von Lorenzer lokalisiert als die „bestimmte Interaktionsform“ in ihrem jeweils aktuellen Kontext; damit wird Psychoanalyse ausgewiesen als Interaktions-theorie. Interaktionsformen, verweisen zweitens zurück auf den Bereich, in dem sie zuallererst realisiert wurden, den von Sozialisation — insofern hat Psychoanalyse notwendigerweise auch Sozialisationstheorie zu sein; drittens schließlich wird deutlich, daß „Interaktionsform“ ihre Konturierung erhält in „objektiven Prozessen“, d. h. daß im Sozialisationsprozeß durch Interaktionsfiguren subjektive Strukturen in gesellschaftlicher Formbestimmtheit produziert werden — damit geht in Psychoanalyse das Moment der Auseinandersetzung der Menschen mit ihrer „geschichtlich