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Die Psychoanalyse wird philosophiebewußter. Nachdem Paul Ricoeur eine philosophische Einordnung der Psychoanalyse versucht und Alfred Lorenzer ihren hermeneutischen Aspekt besonders untersucht hat, wendet sich Stierlin einem Spezialproblem zu, nämlich der in der psychoanalytischen Theoriebildung lange vernachlässigten Frage der Beziehung von Subjekt und Objekt. Ausgehend von Hegels Konzept vom „Verdoppelungsprozeß des Selbstbewußtseins“, der Tatsache, daß der andere für mich Objekt und Subjekt zugleich ist und ich für ihn beides bin, zeigt Stierlin, daß Freud den anderen im wesentlichen als Objekt von Bedürfnissen verstand, während der Begriff des Subjektes nicht so klar bestimmt wurde. Mit dem Phänomen des sékundären Narzißmus entdeckte Freud gleichsam das Objekt, im Subjekt. Ihm müsse nun aber auch das „Subjekt im Objekt“, der andere als Person im eigenen Recht an die Seite gestellt werden, um eine Systematik der Dynamik menschlicher Beziehungen entwerfen zu können. Sie gewinnt Stierlin, dadurch, daß er das komplexe Feld menschlicher Beziehungsmöglichkeiten einmal nach der „Bewegung der Beziehung“ ordnet. Hier werden drei Momente wesentlich: „Erstens die Einheit ‚Begierde-Genuß‘, zweitens ‚Arbeit‘ und drittens ‚Todesfurcht‘, Begriffe, die dem Hegelschen Denken entliehen sind. Zum anderen ist die Bewegung jeder Beziehung an die Konstellierung bestimmter Polaritäten gebunden, die ein Spannungsfeld schaffen, zum Ausgleich drängen und damit die Bewegung vorantreiben. Als Polaritäten werden genannt: die von Augenblick und Dauer, die von Verschiedenheit und Gleichheit, die von Befriedigung und Versagung, die von Stimulierung und Stabilisierung und schließlich die von Nähe und Distanz. Mit diesem Koordinatensystem zeichnet sich die Möglichkeit ab,