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Innerhalb des Freudschen Konzepts werden drei Aspekte der Ich-Grenzen aufgewiesen (im zweiten Kapitel des Buches): 1. der Aspekt der Grenze zwischen Selbst und Realität, d. h. der Umwelt; 2. der strukturelle oder topographische Aspekt, also die Grenze zwischen dem Ich und dem übrigen Teil der Persönlichkeit; 3. der ökonomische Aspekt, der die Qualität der Besetzung des Grenzbereichs meint. Die analytische Sichtweise wird an Autoren wie P. Federn, H. Nunberg und W. Reich aufgezeigt. Federn, der ja die Therapie der Psychosen durch seine Ich-Psychologie erst möglich machte, war — nach Freud — wohl der bedeutendste Initiator einer Metapsychologie der Ich-Grenzen. Landis stellt der analytischen Sicht vor allem die Auffassung der gestaltungspsychologischen Schule K. Koffkas und der topologischen Richtung K. Lewins gegenüber. Lewins Konzept der Ich-Grenzen mutet uns allerdings sehr mechanistisch an. Lewin nennt zwei Grenzen: eine intrapsychische zwischen dem Ich — definiert als der Ort des Bewußtseins aller seelischen Vorgänge — und den Systemen der Spannungen, vergleichbar mit dem psychoanalytischen Es; die zweite Grenze ist diejenige zwischen Ich und Umwelt. Nach Lewin variiert die Ausbildung dieser Grenze sowohl nach dem Alter als auch nach der Persönlichkeit und ihren Charakteristika. Dabei ist die Grenze zwischen Ich und Umwelt beim Erwachsenen relativ konstant, während das Kind noch weit offener gegenüber Einwirkungen aus der Umwelt ist. Eine weitere Sicht der Ich-Grenzen eröffnet die Frage des Autors nach dem Zusammenhang zwischen erlebtem Körperbild und dessen Grenzen. Landis stützt sich dabei stark auf die bekannte Arbeit von P. Schilder. Freud setzte das Erlebnis der Körpergrenzen mit dem der Ich-Grenzen gleich; die Erkenntnisse der modernen psychoanalytischen Entwicklungspsychologie stehen damit in Einklang, z. B. die Arbeiten von R. Spitz.