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Dieses vom Verlag als „revolutionär“ und „internationaler Bestseller“ angepriesene Buch ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: In positivem Sinn deswegen, weil es die Mängel der traditionellen Psychiatrie klar herausarbeitet, einschließlich derer der Ausbildung; ferner, weil es ernst macht mit neuen, die klassische Psychiatrie in Frage stellenden Forschungsergebnissen aus Soziologie (E. Goffman, T. S. Szasz u. a.), Psychologie (z. B. J. W. Albee), Sprachwissenschaft (S. Chase, B. L. Whorf) und Psychoanalyse (J. N. Rosen, Mme. Sechehaye, F. Fromm-Reichmann, R. Laing, W. Th. Winkler u. a.). Bedenklich wird der Ansatz des Autors aber, wenn er eigenwillig und ohne Rücksprache mit erfahrenen Kollegen fragwürdige Experimente unternimmt; zuerst in Amsterdam und dann als Gastarzt in Chestnut Lodge, dem berühmten nordamerikanischen Forschungs- und Behandlungszentrum für Psychose-Kranke: Zunächst schildert der Autor noch relativ sachlich seine ersten Erfahrungen in der Psychotherapie Psychose-Kranker, die Situation in Chestnut Lodge, die der Rezensent übrigens aus eigener Anschauung kennt, und diskutiert die gängigen psychoanalytischen Theorien über Schizophrenie. Dann aber geißelt er die „entmenschlichende Bürokratie“ dieses Sanatoriums, die „statisch-pathologisch-symbiotische Interdependenz“ zwischen Personal und Patienten (Seite 217) und die Erfolglosigkeit jahrelanger psychoanalytischer Therapien (Seite 250). Schließlich zeigt er dem verblüfften Leser, wie man es besser macht: Man funktioniert die Institution in eine „Lebensschule“ um, nennt die Patienten schlicht „Studenten“, sich selbst „Erzieher“ und erklärt die Worte „krank“ und „gesund“ für tabu. Mit dieser Veränderung der Sprache erhoffte der Autor eine Veränderung der Welt, was nach zuverlässigen Informationen von Kollegen aus Chestnut Lodge völlig scheiterte. Die Patienten waren überfordert: zu sehr erlag der eigenwillige Autor der Gefahr, jedwede Abhängigkeitswünsche seiner Patienten im Keime zu ersticken. Die