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Londons Buch ist sowohl für den mehr an der Theorie der Psychotherapie Interessierten als auch für den psychotherapeutischen Praktiker faszinierend. Es behandelt die Frage, inwieweit Wertungen des Therapeuten in der Therapie eine Rolle spielen. Dabei geht der Autor eklektisch vor: er selbst ist weder der Psychoanalyse noch der Verhaltenstherapie oder einer anderen psychotherapeutischen Richtung verbunden.
Im Vorwort sagt der Autor: „Unsere Gesellschaft sanktioniert die Praxis der Psychotherapie und die Existenz psychotherapeutischer Schulen nur aufgrund der stillschweigenden Annahme, daß die der Tätigkeit der Therapeuten zugrundeliegende Wertordnung letztendlich durch die Behandlung der Nöte der Individuen der sozialen Ordnung zugute kommt.“ Gerade diese Aussage scheint die Argumente mancher Kritiker zu belegen, die in der reinen therapeutischen Praxis die Tendenz vermuten, den Patienten der Ordnung der gegenwärtigen Gesellschaft anzupassen, gleichgültig, ob diese Ordnung ihrerseits erhaltenswert oder angreifbar ist. Es wird von diesen Kritikern behauptet, daß die „Nur-Therapeuten“ vor der sozialen Realität und der gesellschaftlichen Brisanz der Psychoanalyse in den Elfenbeinturm der Praxis flüchten. Es ist diese Position, die H. Marcuse und T. W. Adorno den sogenannten Revisionisten — K. Horney und E. Fromm — zuschreiben.
Das, was den praktizierenden Psychotherapeuten interessiert, ist des Verfassers Fragestellung, inwieweit die Wertordnung des Therapeuten im therapeutischen Prozeß eine Bedeutung hat. So spricht er z. B. von einer „konformativen“ oder auch „adaptiven“ Therapie, wie sie z. B. in der Gruppentherapie der ČSSR gegeben sei, von einer „self-centered“ Therapie, wie sie nach Ansicht des Autors in der Psychoanalyse und in der Rogersschen Richtung zu finden sei, und von einer „social-centered“ Therapie, wie sie von Adler und Sullivan vertreten wurde.
Man muß dem Autor zustimmen, daß der Therapeut unbewußt seine eigene ethische Positon seinen Patienten nahebring