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Zielsetzung dieses 85 Seiten umfassenden Buches ist die Verbindung von Heilkunst und Musik. Diese Thematik erstreckt sich über ein weites Feld, das von der psychologischen und psychophysiologischen Wirkung der Musik bis zur therapeutischen Anwendung auf Psychotiker reicht. Die wirkliche Struktur der Behandlungsweise wird von einem historischen Aspekt bestimmt. Wesentlich ist das 18. Jahrhundert als Ausgangspunkt gewählt, indem die philosophischen, ärztlichen und musikästhetischen Auffassungen des Zeitalters mit den damaligen Theorien über die therapeutische Einwirkung der Musik in Zusammenhang gebracht werden, mit Angabe einer ausführlichen Bibliographie dieses Zeitalters und mit mehreren Faksimile-Illustrationen. Anschließend gewinnt man Einblick in die folgenden Jahrhunderte. Die Vielfältigkeit der Thematik erschwert ein wenig die Übersicht. Aus den angegebenen Beispielen gewinnt man den Eindruck, daß wir von den Einwirkungen der Musik auch heute noch recht wenig wissen, und daß die vom Verfasser zitierten modernen Theorien zum Verständnis des Problems nicht mehr beitragen als diejenigen, die vor 400 Jahren entstanden. — „Tiefenpsychologische“ Theorien werden kurz erwähnt, nicht aber die Psychoanalyse. In diesem Zusammenhang macht der Autor Freud Vorwürfe: er habe infolge seiner verbal-rationalen Methode die Bedeutung übersehen, die die Musik für die tiefenpsychologische Heilung haben könnte.
Das Buch kann infolge der sehr guten Literaturangaben in erster Linie für jene nützlich sein, die sich mit der älteren Literatur zum Thema beschäftigen wollen.
Psychoanalytische Beiträge, wie z. B. die Forschungen von Imre Hermann über die möglichen Zusammenhänge der Perversionen mit der Hörwelt (zuletzt auch in Jg. 1970 dieser Zs.) oder von Adorno, der für den unter den musikalischen Verhaltenstypen vorfindlichen „unmusikalischen“ Typ die Hypothese aufstellte, hier habe eine brutale (väterliche) Autorität den Defekt hervorgebracht, befinden sich offenbar außerhalb des Interess